|
Das Industriegebiet Schwarza in Thüringen zeichnet sich durch seine
zentrale Lage innerhalb Deutschlands aus. Für das 110 ha große Gebiet
wurde in den letzten Jahren eine leistungsfähige Infrastruktur ausgebaut.
Verkehrsanbindungen bestehen zu drei Autobahnen, der Bahnstrecke Berlin
- Nürnberg sowie zu zwei internationalen Flughäfen (Erfurt, 45 km
und Leipzig, 130 km). Zudem sind Trink- und Abwassersysteme, Energie-
und Medientrassen sowie eine moderne Industriekläranlage mit Havariesystem
errichtet worden.
Ziel der Standortentwicklung ist die Integration von Forschungs-
und Entwicklungspotentialen mit Industriepartnern im Kernbereich der Polymerchemie
und Faserchemie/Faserverbunde, die Bündelung von Bildungs- und Qualifizierungspotential
und die Stärkung der Stoffstromeffektivität durch Ansiedlung vor- und
rückwärts integrierender Prozesse sowie eine standortbezogene Abfallverwertung.
Die Neustrukturierung mit Ausrichtung auf innovative Werkstoffe
aus nachwachsenden und polymeren Rohstoffen basiert dabei auf historischen
Gegebenheiten. Die Gründung der Thüringischen Zellwolle AG, 1935, legte
den Grundstein für zahlreiche Entwicklungen und Ansiedlungen von Produktionsstätten.
Nach der Wiedervereinigung konnte die Forschung am Standort durch die
Gründung des Thüringischen Instituts für Textil- und Kunststoff-Forschung
(TITK) erhalten werden. Weitere Dienstleistungs- und Produktionsunternehmen
siedelten sich an:
| 1995 |
Inbetriebnahme der Versuchsanlage für NMMO-Zellstoffumformungsverfahren
(ALCERU) im TITK |
| 1995 |
Ansiedlung des amerikanischen Technologiekonzerns AlliedSignal
Polymers Produktion von PA-Compounds, Filamenten und Polyester |
| 1996 |
Gründung der ALCERU-Schwarza GmbH Aufbau einer Industriepilotanlage
für das umweltgerechte Zellstoffumformungsverfahren |
| 1997 |
Ansiedlung der Firma FUNDER ISOWOOD GmbH Produktion
von Werkstoffen aus Naturfaserverbunden für die Autoindustrie |
| 2000 |
Eröffnung des Weltweiten Projektes der Weltausstellung
Expo 2000 "Strukturwandel mit innovativen Werkstoffen aus nachwachsenden
und polymeren Rohstoffen" |
| 2002 |
56 Industrie- und Dienstleistungsunternehmen mit ca.
2.000 Beschäftigten sind angesiedelt, darunter BASF, PE Polymer Engineering
GmbH, Granula Deutschland GmbH, Coronet Schwarza GmbH, Thüringer Filamente
GmbH, etc. |
| 2004 |
Produktionsbeginn Polyamidfilamente durch die Thüringer
Filamente GmbH |
| 2004 |
Verkauf der Polyamidcompounds an BASF |
| 2005 |
Eröffnung der Papierfabrik Adolf Jass Schwarza GmbH |
Schwarza bietet durch seine starke Forschungsvergangenheit
zudem ein qualifiziertes Mitarbeiterpotential in den Bereichen Chemie,
Textil, Papier sowie Faserstoffe. Die Nähe zu den Hochschulen Friedrich-Schiller-Universität
in Jena, Fachhochschule Jena und der Technischen Universität Ilmenau sichert
qualifizierten Nachwuchs und stellt zudem neben dem Thüringischen Institut
für Textil- und Kunststoff-Forschung eine weitere Säule des Forschungspotentials
dar.
|