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Experten sind sich einig - das Auto wird elektrisch. Begleitet werden
diese neuen Antriebe von konstruktiven und werkstofflichen Leichtbaukonzepten.
Möglichst leichte Einzelkomponenten sollen das Gesamtgewicht der Fahrzeuge
reduzieren und so zu einer Senkung der CO2-Emissionen beitragen. Faserverbundwerkstoffe
spielen hierbei eine herausragende Rolle. Für Strukturbauteile nehmen
insbesondere Carbonfasern eine exponierte Stellung ein. Dies verdeutlicht
auch die Gründung des Joint Ventures von SGL Carbon SE und der BMW AG
im Jahr 2009 zur Produktion von Carbonfasern und deren Weiterverarbeitung
zu Gewebestrukturen im Automobilbau. Deren Einsatz im in Entwicklung befindlichen
"Megacity Vehicle" wird erstmals die Schwelle zur Großserienanwendung
überschreiten.
Aber auch Leichtbau für Innenraumkomponeneten mit z.B. Naturfaservebundwerkstoffen
wird entwicklungsseitig, beispielsweise für das sogenannte "Exposed Natural
Material" verstärkt betrieben.
Das Thüringische Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung (TITK)
sieht sich als Technologieträger solcher mittel- und langfristigen Leichtbau-Trends
und nutzt dabei eigene langjährige Erfahrungen im Bereich der Halbzeug-
und Faserverbundentwicklung. Gerade die Kombination aus technisch/technologischer
Entwicklung im Bereich der Faser- und Textilmaterialien, der Kunststoffverarbeitung
und verschiedensten Faserverbundtechniken garantieren Kunden Innovationen
aus einer Hand. Aufbauend auf dem in der Vergangenheit erarbeiteten know-how
beim Einsatz von Stapelfasern in Prozessen der Faserverbundherstellung
liegen die heutigen Schwerpunkte bei der Entwicklung gewichtsreduzierter
Bauteile einerseits bei den textilen Halbzeugen und Faservorprodukten
und andererseits bei der Faserverbundherstellung und Kennwertermittlung
. Neben Naturfasern, Aramidfasern und auch Glasfasern spielen vor allem
Carbonfasern in Form von Recyclingfasern in aktuellen Entwicklungen eine
wesentliche Rolle. So ist u.a. eigenes know-how zur Wiedergewinnung von
langen Recyclingfasern aus Aramid- und Carbonfaserabfällen Grundlage derartiger
Entwicklungen. Verschiedene Vliesstoffherstellungsverfahren liefern für
das unmittelbar verfügbare RTM-Verfahren, Thermoformpressverfahren, LFT-D-Verfahren,
Wabensandwichverfahren oder auch Tiefziehverfahren innovative Halbzeuge.
Da Spritzgieß- und Spritzprägetechnik auf Faserhalbzeuge in Granulatform
zurückgreifen müssen, entwickelte das TITK ein eigenes Verfahren zur Herstellung
von spritzgießfähigen Granulaten aus Stapelfasern. Die als Konzentrat
herstellbaren Langfasergranulate dienen vor allem der besseren Dosierung
von langen Verstärkungsfasern im Verarbeitungsprozess.
Aktuell errichtet das TITK ein für die Verarbeitung von Hochleistungsfasern
ausgelegtes Technikum - die ab 2011 verfügbaren zusätzlichen neuen Möglichkeiten
und Techniken beruhen zu großen Teilen auf eigenen Verfahrensentwicklungen
zum Einsatz von Stapelfasern in duro- oder thermoplastischen Faserverbundwerksoffen.
/1/ Joint Venture für Carbonfasern und C-Gewebe, Technische Textilien
6/2009
/2/ Schlott, Stefan, Jedes Kilogramm zählt, Kunststoffe 11/2009
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