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Im Thüringischen Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung (TITK)
Rudolstadt wurde die neu errichtete "Bikomponenten - Hochgeschwindigkeits
- Schmelzspinnapparatur" offiziell ihrer Bestimmung übergeben.
Die mit Gesamtkosten von rund 550 Tausend Euro und umfänglicher finanzieller
Unterstützung in Form von Fördermitteln des Freistaates Thüringen sowie
seitens des Unternehmens DOMO Caproleuna GmbH, einer Tochterfirma der
belgischen DOMO-Gruppe und mit Eigenmitteln des TITK errichtete Technikumsanlage
steht nunmehr dem Institut und dessen Kooperationspartnern vorzugsweise
für die industrielle Grundlagenforschung zur Herstellung von Hochleistungs-
und Funktionsfasern aus thermoplastisch verarbeitbaren Kunststoffen mittels
Schmelzspinntechnologie bei Temperaturen von bis zu 450 °C zur Verfügung.
Diese Apparatur kombiniert ein Bikomponenten-Schmelzspinnsystem mit einer
Hochgeschwindigkeits-Streckspuleinrichtung zur Steigerung realisierbarer
Spinnge-schwindigkeiten auf inzwischen auch seitens weltweit agierender
Industrieunternehmen zur Effektivitätssteigerung der Faserproduktion immer
stärker nachgefragte 6.000 m/min. Das Erreichen derartiger Geschwindigkeiten
von bis zu 360 km pro Stunde, also bis in den Bereich von Reisegeschwindigkeiten
beispielsweise moderner ICE-Züge, stellt extrem hohe Anforderungen
an die Produzenten hinsichtlich des Eigenschaftsniveaus und der Qualität
der dafür geeigneten Kunststoffgranulate und damit an diesbezügliche Forschungsarbeiten.
Auf der Basis des Bikomponenten-Schmelzspinnsystems können darüber hinaus
zwei verschiedene Kunststoffarten gleichzeitig aufgeschmolzen und dann
zu aus beiden Komponenten bestehenden "gemeinsamen" Fäden vereinigt werden.
Das gestattet, innovative Polymermodifizierungen direkt in die Fäden zu
implementieren und nicht erst, wenn überhaupt, bei der Gewebe- oder Flächengebildeherstellung
über mehrere Stoff- bzw. Substanzschichten, was zudem sehr kostenintensiv
ist.
Die mit dieser Investitionsmaßnahme verwirklichte Kombination von Bikomponentenspinnsystem,
Hochtemperaturverarbeitung von "High-tech-Kunststoffen" sowie Hochgeschwindigkeitsstreckspulen
ermöglicht dem TITK, Grundlagenforschung und Innovationen auf dem Gebiet
der sogenannten "smart-fiber-textiles" auf internationalem Spitzenniveau
zu realisieren, was eine wesentliche Qualitätssteigerung im Forschungsportfolio
des TITK und seiner Kooperationspartner darstellt.
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