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Projektnummer: 22003207
Projektträger: BMELV
Laufzeit: 01.03.2007 - 28.02.2009
Partner: Fraunhofer Institut für angewandte Polymerforschung, Potsdam-Golm;
Toho Tenax Europe GmbH, Wuppertal; Smart Fiber AG, Rudolstadt
Zielstellung des Projekts war die Modifizierung
des Cellulosecarbamatprozesses, die Herstellung und Charakterisierung
von Spinnlösungen in NMMO, die Stabilisierung der Spinnlösungen und deren
Verspinnung zu Fasern und Filamenten.
Durch die Optimierung von Temperatur, Verweilzeit, Rohstoffeinsatz und
Ansatzkonzentration konnten Carbamate mit unterschiedlichem Substitutionsgrad
(DS bis ca. 0,5) und DP bis ca. 320 hergestellt werden. Es wurden Spinnlösungen
im Konzentrationsbereich bis 30% hergestellt und rheologisch sowie mikroskopisch
untersucht. Die Carbamatgruppe konnte mittels 13C-NMR-Spektroskopie verifiziert
werden (Abb. 1). Bei höheren Konzentrationen bzw. höheren DP-Werten entstehen
flüssigkristalline Lösungen.
Lösungen von Cellulosecarbamat in NMMO sind hinsichtlich ihrer Stabilität
vergleichbar zu Cellulose-NMMO-Lösungen, wobei mit dem System NaOH-NH2OH-Gallussäurepropylester
die besten Effekte erreicht wurden. Ein Problem für die Spinnsicherheit
war die hydrolytische Spaltung der Carbamatbindung. Sich hierbei bildendes
CO2 und NH3 führen an der Düse zu Fadenabrissen. Die N-Werte reduzierten
sich von 2,5-3% auf ca. 0,5%. Die Absenkung des pH-Wertes im Koagulationsbad
mit Essigsäure ergab eine Zunahme des Stickstoff-Gehaltes auf ca. 1%.
Durch die alleinige Anwendung von Propylgallat und Gallussäure konnte
der pH-Wert in der Spinnlösung auf ca. 6,7 verringert werden. Diese schwach
saure Stabilisierung wirkt sich positiv auf den Stickstoff-Gehalt bzw.
die Stabilität der Carbamat-Gruppen aus. Bei der Verwendung von Propylgallat
konnten ca. 1,2% Stickstoff, mit Gallussäure ca. 1,5% im Filament gemessen
werden. Jedoch kam es hierbei zu einer Verschlechterung der Onset-Temperatur
und stärkerem DP-Abbau.
Die hergestellten Fasern zeichnen sich durch hohe Festigkeit aus. Hergestellte
Fasermuster wurden hinsichtlich ihrer Eignung als Precursoren für die
C-Faser-Herstellung getestet. Die Masseausbeuten bei der thermischen Behandlung
der Carbamatfaser sind etwas höher ist als bei kommerziell verfügbaren
Rayonfasern.

Nachweis der Carbamatgruppe mittels 13C-NMR-Spektroskopie
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